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Jagdverband Nordvorpommern

2018 und „Die Krähenbeize“

Wie so häufig hat das „Neue Jahr“ auch für mich mit guten Vorsätzen begonnen.
Im vergangenen Jahr habe ich mir einen jungen Wanderfalken aufgestellt um Krähen zu jagen. Es ist immer wieder etwas Besonderes einen jungen Falken abzutragen und einzujagen. Die Krähenbeize ist für jeden Falken eine Herausforderung, weil es sich hierbei um ein sehr wehrhaftes und intelligentes Wild handelt.


Mein 12jähriger Wanderfalkenterzel kam in diesem Jagdjahr, wegen ungenügender Jagdmöglichkeiten (Enten), gar nicht zum Einsatz. Aufgrund des Alters ist das mehr als bedauerlich!
Mit der jetzt auch in Mecklenburg-Vorpommern möglichen „Krähenbeize“ möchte ich einen aktiven Beitrag zur Minderung des „Prädatorendruck“ auf die noch vorhandenen Singvögel und das noch vorhandene Niederwild leisten. Auch auf dem „Ostsee-Flughafen-Barth“ sind mein Falke und ich präsent, um zur Flugsicherheit (Vogelschlag) beizutragen. Krähen sind bekannt für Ihre Intelligenz (kognitives Denken wie Primaten), deshalb werden mein Falke und ich schnell als Gefahr erkannt. Um erfolgreich zu sein müssen wir uns immer wieder neue Jagdtstrategien überlegen!


Die Theorie der Krähenbeize sieht folgendermaßen aus:


Wir entdecken Krähen in offener Landschaft und gehen diese unter Ausnutzung vorhandener Deckung an. Sobald die Krähen „aufstehen“ schnell die Falkenhaube vom Kopf des Falken und schon beginnt die Jagd. Der Falke übersteigt sofort die Krähen um diese zum Einfallen in die nächstgelegene Deckung zu bringen. Durch anschließendes Kreisen und Stoßen des Falken bleiben die Krähen vor Ort. Jetzt ist es die Aufgabe des Falkners die Krähen „gezielt“ zu heben, immer dann wenn sich der Falke in einer guten Jagdposition befindet.  Konkret heisst das für den Falken, nach jedem Fehlstoß immer wieder eine hohe (dominante) Flugposition über den Krähen einzunehmen. Der Falke muss dafür sehr  ausdauernt fliegen können und besonders gut motiviert sein. Diese Fitness erreicht der Falke nur durch vorheriges kontinuierliches zielgerichtetes Training! Also, der Weg ist das Ziel.
Für diese Art der Beizjagd sollte der Falkner eigentlich nicht zwingend (wie in diesem Fall) Altersrentner sein, denn auch er muss Kondition zeigen. Ganz entscheident für den Erfolg ist eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Falken und seinem Falkner! Da uns der Schutzpatron der Falkner (der „Heilige Sant Bavon“) holt war konnten wir mit einer erfolgreichen Beize das neue Jahr beginnen.  Falknersdank dafür. Vielleicht gibt es noch Jagdpächter die uns die „Krähenbeize“ ermöglichen um einen größeren aktiven Beitrag zum Artenschutz zu leisten? Ich bin jederzeit ansprechbar.  Vielen Dank im voraus für entsprechende Möglichkeiten!
Allen Beizjägern und besonders unseren Unterstützern wünsche ich im Namen der „IG-Kulturerbe Falknerei M-V“ noch nachträglich ein gesundes und erfolgreiches „Neues Jahr“.




Ho Rüd ho und Falknersheil-Immer gut Federspiel
Hans Werner Bünger
„IG-Kulturerbe Falknerei M-V“
Tel.: 038324/509931