Strandweg 6, 18375 Wieck reichelt-wieck@t-online.de 038233 - 60 46 9

Jagdverband Nordvorpommern

Beizjagd in Mecklenburg – Vorpommern

Grevesmühlen den 28.12.2016
Am 05.11.16 folgten Sebastian Tertel und ich der Einladung von Hans Werner Bünger zum Thema – Lehrbeizjagd für Anwartefalknerei.

unesco_kulturerbe_falknerei_beitragsbildFür diese Jagdart wünscht man sich ruhiges und leicht bedecktes Wetter. Wir hatten, passend zur Jahreszeit, Regen bzw. Nieselregen im Wechsel und dazu noch Hochnebel. Egal, Treffpunkt war das Forstamt Schuenhagen und nach der freundlichen Begrüßung beschlossen wir, uns vorerst in ein Gasthaus zurück zu ziehen. In gemütlicher Runde, u.a. mit Burkhard, dem Jagdpächter, philosophierten wir über die Niederwildsituation bzw. wie oder was verändert werden muss, damit sich diese zumindest nicht weiter verschlechtert, um Falknerei auch in den nächsten Jahren weiter betreiben zu können.

Leider sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass das hauptsächlich Dinge sind, die wir nicht beeinflussen können. An der Gewässergüte, was z.B. das Wasserwild betrifft, kann es nicht liegen, denn die ist deutlich besser als vor 30 Jahren. Unsere gemeinsame Hoffnung ist ein zukünftiges Ausbringungsverbot von  Glyphosat in der Landwirtschaft, dass nachweislich auch schädlich für Insekten und Amphibien ist und damit die Nahrungskette unterbricht.

Gegen 13.30 Uhr war das Regengebiet endlich durch. Da jagdlich nur der Wanderfalke von Hans Werner fliegen sollte, war noch genug Zeit, um Enten zu finden, was uns gut eine halbe Stunde später auch gelang. Nach kurzer Absprache legten wir fest, falkner_eventwie die Jagd ablaufen soll. Dementsprechend ließ  Hans Werner seinen Falken ca. 200 m entfernt vom Teich fliegen und wir, d.h. Zuschauer und Treiber, hatten uns knapp 100 m vom Teich positioniert. Der Falke hatte zwischenzeitlich das Revier abgecheckt und war dann mit harten und schnellen Schwingenschlägen gestiegen. Bei ca. 120 m Höhe stellte er sich fast direkt über den Teich und wartete darüber an. Da ich den Treiberjob übernommen hatte, machte ich mich auf dem Weg zum Teich, um die Enten zu heben. Ein kurzes Anlaufen genügte und die ersten Enten verließen den Teich in Richtung offenes Feld.

Der Falke stieß daraufhin mit atemberaubender Geschwindigkeit und traf eine Ente tödlich am Kopf, wendete dann kurz und stand wenig später auf ihr, um sie zu rupfen. Was für ein spektakulärer Flug! Alle Beteiligten waren begeistert, zumal alles so einfach aussah. Der Falke bekam einen vollen Kropf auf der Ente und Sebastian durfte anschließend seinen Sakerfalken noch durch einen Trainingsflug präsentieren. Auch ihm merkte man den Enthusiasmus an, was passend zum Thema – Lehrbeize – war.

Hans Werners Frau hatte zu Hause noch Kaffee und Kuchen vorbereitet und wir ließen den schönen Tag damit ausklingen. Vielen Dank dafür und vielleicht lässt sich so ein Tag in Zukunft wiederholen!?

Ralf Kodanek