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Jagdverband Nordvorpommern

Jägerprüfung 2014

Jägerprüfung für den Kurs 2014 der Jagdschule Negast Als der letzte Schuss auf die Tontaube bei der Jägerprüfung des Kurses 2014 der Jagdschule Negast am letzten Freitag abgefeuert war, da war die Sensation perfekt. „Eine Galavorstellung!“, war der spontane Kommentar unseres Ausbilders Manfred Geisler am Ende dieser Prüfungsdisziplin. Und Geisler (65) kann es beurteilen, denn er nimmt seit Jahren regelmäßig und erfolgreich an Bundes- und Landesmeisterschaften im jagdlichen Schießen teil. Bei den Jagdschülern dagegen ist das Tontaubenschießen als Prüfungsdisziplin nicht sehr beliebt. Es ist auch nicht leicht, von zehn Tontauben drei zu treffen, auch wenn auf jede Tontaube zwei Schuss abgegeben werden dürfen.

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Was keiner erwartet hatte: Von den vier Jagdschülern, die sich für diese schwierige Disziplin entschieden hatten, holte jeder mit nur drei Schuss drei Tontauben vom Himmel. Als Erster beim Tontaubenschießen war unser Rollstuhlfahrer Christoph Affeldt (32) angetreten. Er meisterte diese Prüfungsaufgabe auf dem Schießstand des Polizeischützenvereins Grimmen perfekt. Die anderen 15 Absolventen der Jagdschule Negast hatten sich für das Flintenschießen auf den Kipphasen entschieden. Von zehn Hasen müssen fünf getroffen werden. Alle haben diese Vorgabe erreicht. Und auch beim Büchsenschießen auf die Rehbockscheibe in 100 m Entfernung und auf die Überläuferscheibe in 50 m Entfernung gab es gute bis sehr gute Ergebnisse.

Jagdpruefung_2014_5Alle 19 Eleven unserer Jagdschule hatten damit die Schießprüfung bestanden. Ein so gutes Ergebnis bei der Schießprüfung gelingt nur, wenn die Jagdschüler in der Ausbildung fleißig trainiert haben und die unvermeidliche Nervosität während der Prüfung beherrschen können. Bei der nachfolgenden schriftlichen Jägerprüfung am Nachmittag des 26. Septembers hat der Teilnehmer in jedem der fünf Prüfungsfächer 25 Fragen zu beantworten. Bei zehn dieser Fragen sind jeweils drei Antworten vorgegeben, von denen die richtige Antwort angekreuzt werden muss. Nur ein Jagdschüler hat die Vorgabe für die schriftliche Prüfung nicht erfüllt und muss nun die ganze Prüfung an einem anderen Termin wiederholen.

Für die Beantwortung der schriftlichen Fragen haben die Jagdschüler drei Stunden Zeit.

Jagdpruefung_2014_4Am zweiten Tag der Jägerprüfung fand in Negast die mündlich-praktische Prüfung statt. In jedem der fünf Prüfungsfächer überzeugten sich jeweils zwei Prüfer in einem 20-minütigen Gespräch davon, ob der Eleve über ein ausreichendes Wissen in der Wildbiologie, im Jagdbetrieb, in der Führung von Jagdhunden, in der Waffentechnik, über Wildkrankheiten und zum Umgang mit Wildbret sowie in Rechts- und Sicherheitsfragen hat.

Die wartenden anderen Prüfungsteilnehmer waren stets erleichtert, wenn der Prüfling mit zufriedenem Gesicht aus der Prüfung kam. Sie selbst nutzten jede freie Minute, um noch einmal ins Lehrbuch zu schauen und sich gegenseitig Mut zu machen.

Jeder hatte eine andere Methode, um sich auf die nächste Prüfung vorzubereiten.

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Am Nachmittag des zweiten Prüfungstages konnte der Prüfungsleiter Weidgenosse Ulrich Mielke im Klassenraum der Jagdschule das Ergebnis der Prüfung bekanntgeben: Bis auf eine Teilnehmerin, die ein Prüfungsfach bei der nächsten Jägerprüfung wiederholen muss, haben alle anderen die mündliche Prüfung mit überwiegend guten und sehr guten Leistungen geschafft. Als Erstem überreichte er unserem Rollstuhlfahrer Herrn Affeldt das Zeugnis, der sich mit der

Jägerprüfung einen Lebenstraum erfüllt hat.  Unter dem Beifall der Anwesenden erhielten dann auch die übrigen Teilnehmer die Urkunde (auf dem unteren Foto die Augenoptikerin Frau Zimmermann). Das beste Gesamtergebnis erreichte Herr Romano Bertarelli (37), dessen Leistungen in jedem Prüfungsfach mündlich und schriftlich, also zehnmal, mit der Note „Sehr gut“ bewertet wurden.

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Herr Mielke legte den Absolventen der Jagdschule ans Herz, sich verantwortungsbewusst in der Natur und weidgerecht auf der Jagd zu verhalten. Als er zusammenfassend feststellte: „Sie können sich bei ihrer Jagdschule bedanken für die gute Ausbildung“, gab es stürmischen Beifall.

Als Leiter der Jagdschule habe ich zum Schluss den 11 erfahrenen Weidgenossen der Prüfungskommission und Herrn Jurrat als Vertreter der Unteren Jagdbehörde unseres Landkreises für die zügige und faire Durchführung der Jägerprüfung gedankt. Mein Dank schließt die erfolgreiche Arbeit der 7 Ausbilder der Jagdschule Negast, der Lehrprinzen und der Teams der Schießstände Grimmen und Lüssow ein. Im Gegensatz zu vielen anderen Landkreisen in Mecklenburg-Vorpommern wird hier im Landkreis durch unsere gemeinsame  Arbeit seit der Wende gesichert, dass kontinuierlich der erforderliche Nachwuchs für die alternde Jägerschaft ausgebildet wird.

Herzlichen Glückwunsch!          

Peter Krüger
Ausbildungsleiter

Jagdschule Negast

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