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Jagdverband Nordvorpommern

Leserbrief OZ Gigant von Vorpommern

Der Gigant von Vorpommern 

Die Frage ist sicher erlaubt, ob der ein oder andere der Aufrechten, die sich in dieser Sache hier geäußert haben, auch die Intelligenz ihres Vorgesetzten, ihres amtierenden Kommunalpolitikers oder des Rechtsanwaltes von gegenüber öffentlich im „unteren Viertel“ einschätzen oder sie als „Knallburschen“ bezeichnen würden. Liebe Mitmenschen und Bewohner unserer Region, etwas Zurückhaltung und Nachdenken bitte!

Nun aber zu dem Hirsch, der tatsächlich ein Ausnahmehirsch ist. Er ist nicht hier zu uns, in unsere Region Vorpommern ‚gekommen‘. Dieser Hirsch ist hier gewachsen. Und das ist noch nicht alles. Er hat unsere Region, die auch seine war, geprägt und mit gestaltet. Seine Art, jede andere Tierart, jedes Gewächs und jedes Lebewesen in ihr sind gleich und gleichzeitig Aushängeschild und Weiser für einen einzigartigen Lebensraum. Geht es um den Erhalt dessen als Ganzes, ist das einzelne Tier und der einzelne Baum der Überbringer, da jedoch nicht unsterblich, nicht der alleinige Bewahrer. In dem ewigen Kreislauf von Geburt, Wachsen und Sterben bedingt der Lebensraum seine Tiere und diese ihren Lebensraum. Die Ungleichbehandlung, Bevorzugung oder Benachteiligung des einen wie des anderen Teils dieses Systems schädigt diesen Lebensraum seine Bewohner und damit auch uns und ist weder zu vertreten oder zu verantworten. Diesen, unseren Lebensraum mit dem Vermögen, derartige Wunder hervorzubringen, gilt es zu schützen. Jäger wissen das und tun es.

Die Sorge um unsere Natur ist den geäußerten Meinungen zu dem Hirsch anzumerken. Worin die Bedrohungen für die Tiere und den Lebensraum bestehen, werden nur wenige der Verfasser dieser Leserbriefe wissen oder erahnen. Diese Bedrohungen sind ganz andersartig und kommen aus Richtungen, die sie nicht erwarten würden. Um eine sachliche und tiefere Beschäftigung mit dem Thema kommen wir nicht herum, wenn wir das begreifen und ändern wollen.

Ralph Pohl

Velgast, 03.10.2014