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Jagdverband Nordvorpommern

Ein Retter vom Hegering Kuhlrade

Ein Retter vom Hegering Kuhlrade

Ein Maimorgen gegen 4 Uhr südlich von Ribnitz-Damgarten: Nebelschwaden liegen über den Wiesen und am Horizont kündigt sich ein fantastischer Sonnenaufgang an, den Weg ins Revier kreuzen mehrere Bachen mit Frischlingen. Allein dieser Anblick entschädigt schon für das frühe Aufstehen. Allerdings soll an diesem Tag nicht gejagt werden. Im Fokus steht die Rettung von Kitzen vor dem Mähtod.
Heute wird Weidgenosse Mike Erben vom Hegering Kuhlrade ein weiteres Mal die neu erworbene Technik zum Einsatz bringen. Seine Drohne mit Wärmebildkamera und das geschulte Auge unseres Weidgenossen ermöglichen es, große Flächen in geringer Zeit nach Kitzen abzusuchen. Wird beim automatischen Überflug eine Wärmequelle entdeckt, offenbart der manuelle Anflug der Stelle die Ursache. Dies sind nicht selten Hasen und warme Erdstellen, aber in den meisten Fällen werden so abgelegte Kitze geortet. In diesem Fall kommt ein Helfer zum Einsatz. Ausgerüstet mit einem Korb und Markierungspfählen wird er dann per Funkanweisungen von Mike zum Fundort dirigiert. Dort wird der Korb über das Kitz gestellt und mit Pfählen fixiert, die gleichzeitig der optischen Markierung dienen. Häufig arbeitet Mike dazu mit seinem Vater Weidgenosse Jörg Erben zusammen, gelegentlich begeistern sich aber auch die Revierinhaber oder kleine Nachwuchsjäger für den Posten des Helfers. Für die kleinen Helfer ist natürlich der Moment am schönsten, wenn der Korb nach der Mahd vom Kitz genommen wird. Dann kann man das Jungwild mal ganz genau betrachten.

Wie auch andere Methoden der Kitzrettung, kann auch der Einsatz der Drohne mit Wärmebildkamera keine hundertprozentige Chance auf Rettung aller Kitze auf einer Fläche garantieren. Zum einen können Kitze in sehr hohem Gras übersehen werden, weitere Kitze können nach dem Absuchen auf die Fläche ziehen und mobilere Kitze springen ab, bevor der Korb platziert ist. Trotzdem ist es die schnellste und eine nicht minder effektive Art der Kitzrettung und es ist erfreulich, dass in diesem Jahr mehrere Landwirte unseres Hegeringes diese Technik genutzt haben. Insgesamt konnte Mike auf mehreren Hundert Hektar des Hegeringes mehr als 20 Kitze vor dem Mähtod retten.

Besonders hervorzuheben ist es, dass unser Weidgenosse Mike Erben die Anschaffung der Drohne und der Wärmebildkamera privat finanziert hat und diese in seiner Freizeit für unsere Hegeringmitglieder gegen eine Aufwandsentschädigung einsetzt. Allein die eingesetzte Drohne kostete circa 4000 Euro. Dazu kamen noch Körbe, ein Schnellladegerät, Funkgeräte und diverse andere Materialien im Wert von nochmals mehreren tausend Euro. Ein Notstromgerät versorgt einen Flachbildschirm, der es auch umstehenden Zuschauern ermöglicht, dem Flug zuzusehen. Außerdem lädt es die Wechselakkus, die einen nahezu permanenten Flug der Drohne mit nur kurzer Zwischenlandung ermöglichen. Zu der Anschaffung der Ausrüstung kamen zahlreiche Stunden kreativer Bastelarbeit um alles gut verstauen und transportieren zu können.