Von Insektenwiesen bis Jungwildrettung

Liebe Jägerinnen und Jäger,

Jahresrückblick 2025: Hegearbeit funktioniert auch vereinsübergreifend….

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Die schwere Technik des Stadtbauhofes erleichtert einiges.

Das Jahr 2025 begann wie gewohnt

mit der Vorbereitung der Flächen für Insektenwiesen und Niederwilddickungen. Im Revier „Körkwitz Hof“ unterscheiden wir dabei bewusst zwischen Flächen mit Publikumsverkehr und solchen, die abseits von Rad- und Wanderwegen liegen.

Flächen in Sichtweite von Spaziergängern und Nichtjägern werden mit einem höheren Anteil an „bunten Blumen“ eingesät. Abgelegene Bereiche hingegen werden gezielt als Niederwilddickungen angelegt – funktional für das Wild, auch wenn sie nicht immer dem ästhetischen Empfinden Außenstehender entsprechen. Unterstützung mit Schwerer Technik bekamen wir Jäger vom Stadtbauhof in Ribnitz-Damgarten.

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Die Niederwilddickung in voller Blütenpracht.

Eine neue Insektenwiese ist am Entstehen

Für die kleinen Flächen reicht ein Quad und eine kleine Scheibenegge.

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Eine neue Insektenwiese ist am Entstehen.

Ab Mai folgte die Jungwildortung.

In den Teams des Jagdverbandes Nordvorpommern e.V. konnten im Jahr 2025 auf rund 5.500 Hektar Fläche, vor der Mahd insgesamt 190 Rehkitze gesichert und weitere 265 Kitze vergrämt werden. Darüber hinaus gelang es, Rotwildkälber, Junghasen, Feldlärchennester sowie sogar ein Gelege einer Rohrweihe rechtzeitig zu markieren und zu schützen.

Leider hielt eines unserer Teams dem andauernden Druck, der aus dem Unverständnis einzelner Jagdpächter und Landwirte entstand, nicht stand und stellte die Arbeit bereits zu Beginn des Jahres entnervt ein.

Aktuell sind sieben Drohnenteams mit insgesamt zehn Drohnen einsatzbereit und bereiten bereits die Saison 2026 vor. Seit Mitte 2025 befindet sich zudem eine Zusammenarbeit zwischen dem Jagdverband Nordvorpommern e.V. und dem Bauernverband Nordvorpommern e.V. im Aufbau. Ziel ist es, Abrechnungen zu vereinfachen und bürokratische Hürden abzubauen. Zusätzlich entsteht eine Plattform, auf der sich Drohnenpiloten und Landwirte vernetzen und Termine koordinieren können. Link: https://www.bauernverband-mv.de/regionalverbaende/nordvorpommern/ 

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Zwillinge sind bei gut genährten jungen Ricken keine Seltenheit.

das Team vom Hegering Schuenhagen im Einsatz

Das Team vom Hegering Schuenhagen im Einsatz.

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Durch den Hegering Semlow-Eixen bei der Jungwildortung gefundenes und gesichertes Nest einer geschützten Rohrweihe.

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Ein gesichertes Kitz im Korb wartet auf das Ende der Mahd.

Kitzrettung

Dank guter Abstimmung zwischen den Landwirten und den Drohnenteams im Hegering Kuhlrade lässt sich die Dauer der festgesetzten Kitze verkürzen.

motivierte Helfer ist das A und O

Motivierte Helfer sind das A und O (Schüler aus der Umgebung helfen noch vor Schulbeginn um 5 Uhr morgens).

Auch das kommt leider immer noch vor – vermähte Kitze in 2025 auf Flächen, die nicht abgesucht werden.

Auch kostspielige Abstürze gehören dazu

Auch kostspielige Abstürze gehören dazu.

Im Oktober und November werden –

wie auch in vielen anderen Revieren – Gehölze gepflanzt, die dem Wild als Äsung, zum Fegen und als Deckung dienen. Mit ausreichend vorgezogenen Setzlingen kann man sich gut in der Forstbaumschule Güstrow eindecken.

Der nächste Termin der dortigen Strauchbörse ist der 18. April 2026 (weitere Informationen sind auf der Seite des LJV zu finden). Link: https://www.ljv-mecklenburg-vorpommern.de/Service

die-ersten-Jahre-müssen-die-jungen-Bäume-vor-dem-Verbiss-geschützt-und-gepflegt-werden

Die ersten Jahre müssen die jungen Bäume vor dem Verbiss geschützt und gepflegt werden.

Fruchttragende-Bäume-bieten-dem-Wild-Äsung-und-schaffen-Abwechslung-in-den-Revieren

Fruchttragende Bäume bieten dem Wild Äsung und schaffen Abwechslung in den Revieren.

Abgeschlossen wird die Hegearbeit bei uns durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Jägern und Mitgliedern des NABU.

Auch wenn man in den beiden Verbänden nicht in allen Punkten einer Meinung ist, zieht man im Jagdbezirk „Körkwitz Hof“ bei der Bewirtschaftung einer Vogelinsel und im Umland mit seltenen Brutpaaren gemeinsam an einem Strang. Jeden Winter wird hier eine kleine Insel von Gestrüpp befreit. Die Helfenden stammen aus den Reihen der Jagdpächter, des NABU, der Freiwilligen Feuerwehr sowie der Stadtforst Ribnitz-Damgarten.

Auch die Fallenjagd auf eingewanderte Arten wie Marderhund, Waschbär und Amerikanischem Nerz wird hier eng mit den lokalen NABU-Mitgliedern abgestimmt und optimiert. Ziel dieser Zusammenarbeit ist der Schutz der Bodenbrüter, wie beispielsweise die Fluss-Seeschwalbe und dem Rebhuhn.

die Freiwillige Feuerwehr uebernimmt das uebersetzen der Helfer. Jaeger und NABU in einem Boot

Die Freiwillige Feuerwehr übernimmt das Übersetzen der Helfer. Jäger und NABU in einem Boot.

Die kleine zugewucherte Insel im Bernsteinsee

Die kleine zugewucherte Insel im Bernsteinsee.

Der hohe Bewuchs muss weg. Die Fluss-Seeschwalben brauchen eine freie Böschung

Der hohe Bewuchs muss weg. Die Fluss-Seeschwalben brauchen eine freie Böschung.

nur einen Tag nach der Arbeit wird die Insel schon wieder von den heimischen Voegeln angenommen

Nur einen Tag nach der Arbeit wird die Insel schon wieder von den heimischen Vögeln angenommen.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Ein spannendes und arbeitsreiches Jahr 2025 geht zu Ende –

und ein ebenso interessantes Jahr 2026 befindet sich bereits in der Vorbereitung.

Dies ist vielleicht auch ein Denkanstoß für die Jäger unter uns, für die eine Trophäe im Vordergrund steht. Die Hege ist kein freiwilliger Zusatz, es sollte vielmehr einen zentralen Bestandteil Jagdlicher Verantwortung bilden.

Weidmannsheil

Mike Erben
Obmann Drohnenortung
Kitz.- u. Bodenbrüterrettung
Jagdverband Nordvorpommern e.V.
mikeerben@gmx.de